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Ausbildungsmarkt-Analyse 2010: Stagnation

Zahl abgeschlossener Ausbildungsverträge gesunken

30.12.2010 Ι Wie ist eigentlich das Ausbildungsjahr 2010 gelaufen? Laut einer IG Metall-Analyse leider ernüchternd: Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist weiter zurückgegangen. Die jungen Menschen haben in Deutschland bisher leider keinen Anteil am Aufschwung.

Nur Stagnation auf dem Ausbildungsmarkt
Der deutsche Ausbildungsmarkt hat sich auch im Jahr 2010  nicht berappelt: Der seit Monaten positive Arbeitsmarkttrend ist am Ausbildungsmarkt nicht angekommen. 560 000 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in 2010 bedeuten im Vergleich zum Vorjahr (564 000) noch einmal ein Minus von knapp einem Prozentpunkt.

Demografie-Effekte vor allem im Osten erkennbar
Auch wenn der Ausbildungsmarkt sich im Osten der Republik unter dem Stichwort Demografie deutlich verändert hat und noch verändern wird, gibt es dennoch Möglichkeiten, mehr Bewerber für betriebliche Ausbildung zu gewinnen. So gab es Ende September 2010 noch 6200 unversorgte Jugendliche, die einen Ausbildungsplatz suchten. Noch größer ist das Potenzial bei den Bildungsträgern: 20 000 Jugendliche absolvieren ihre Ausbildung bei Bildungsträgern und nicht in den Betrieben.

Personalwirtschaft in der Metall- und Elektroindustrie
Bei den angebotenen Ausbildungsplätzen innerhalb der Fertigungsberufe gab es im Vergleich zum Krisenjahr 2009 keine Veränderungen. Das Ausbildungsplatzangebot stagniert bei rund 178 000. Für dieses Angebot interessierten sich immerhin 196 000 junge Menschen. Dies bedeutet, dass 18 000 Bewerber oder knapp zehn Prozent ihren Zielberuf nicht erreicht haben. Angesichts der Debatte um Fachkräftemangel und Zuwanderung zeigen diese Zahlen, dass die vorhandenen Fachkräftepotentiale durch die betriebliche Ausbildung nicht hinreichend genutzt werden. Die Metallarbeitgeber ignorieren die Risiken bei den Fachkräften, stehlen sich aus der eigenen Verantwortung und bereiten sich nicht auf die zukünftigen knapperen Arbeitsmärkte vor.

Neue Wege in die Ausbildung
Kluge Betriebe entwickeln daher eine Doppelstrategie: Einerseits drängen sie in der Region darauf, daß die Schulen besser werden und ihre Absolventen solider vorbereitet auf den Ausbildungsmarkt kommen. Andererseits stellen sie sich aber auch darauf ein, Jugendlichen mit Defiziten mehr individuelle Förderung anzubieten. Umfragen zeigen, dass deutlich mehr als die Hälfte aller Ausbildungsbetriebe die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger inzwischen erkennen und besondere Unterstützung im Unternehmen (Nachhilfe) organisieren.

Prekäre Beschäftigung: Das Thema der jungen Generation
Auch nach der Krise prägen Arbeitsverhältnisse wie Praktika, Leiharbeit und befristete Jobs immer mehr die Lebens- und Arbeitssituationen von jungen Arbeitnehmern. Auch in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs werden die jungen Menschen oft abgehängt und im Erwerbsleben an den Rand gedrängt. Der Aufschwung geht offenbar an der jungen Generation vorbei.